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  • Peymaneh Bamdad

"Der Terror der Symmetrie"

" ...Wirkliche Schönheit basiert auf Asymmetrie. Aber wir sind dabei, jede Asymmetrie auszulöschen, weil Leute uns weismachen wollen, Ebenmaß ist schöner." Alessandro Michelle (Creative Director Gucci)



Mode und Architektur sind sehr dicht bei einander und verkörpern das Gleiche, nämlich die Suche nach der Einzigartigkeit.

Die Mode sucht sie in Form von Stoffen und die Architektur in Form von Gebäuden. Es ist aber immer die gleiche Suche.

Die Suche nach der Individualität, nach Einzigartigkeit.

Massen gibt es tatsächlich wie Sand am Meer, aber Persönlichkeiten, Charaktere sind nur einmal vorhanden.


Und genau das sollte man hervorheben, sowohl in der Mode, als auch in der Architektur. Man sollte versuchen, die Individualität zu suchen und die Charaktere der Menschen in der Architektur und der Mode wiederzuspiegel.


Die Symmetrie ist der Einfache weg, aber sich der Asymmetrie hinzugeben, von der Masse abheben, den Mut zu haben es anders zu machen, schafft etwas aussergewöhnliches.

Mit Sicherheit trifft man nicht jeden Geschmack, aber das möchten Wenige, die diesen Weg der Asymmetrie gehen. Denn wollte er alle Menschen beeindrucken, würde er die Symmetrie wählen.


Diese Veränderung, dieser Mut, hat einem ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Und wenn das passiert, war es eine wertvolle Entscheidung und in diesem Augenblick habe ich meine Aufgabe erfüllt und genau das erreicht, nämlich die Individualität der Person in seinen Räumen widergespiegelt.


Das bedeutet nicht, daß jede Entscheidung die man trifft sofort die Richtige ist, man muss mit Sicherheit viel suchen, ausprobieren und testen, aber es wird der Moment kommen, an dem man die Symmetrie, die Eintönigkeit und die Masse verlässt und seine Fliese, sein Parkett oder seine Wandfarbe findet.


Jeder misslungene Versuch, das Perfekte Material zu finden oder den perfekten Raum zu schaffen, zeigt uns, wie unvollkommen wir sind und daß wir auf der Suche nach der persönlichen Vollkommenheit sind.


Sobald man es schafft, für diesen Raum das Vollkommene zu finden und das Lächeln spürt, weiss man, daß man es für einen Augenblick geschafft hat!

Für einen Augenblick das Gefühl zu spüren, die Vollkommenheit gefunden zu haben.

Sich selbst für einen Augenblick gefunden zu haben.


Dieses Gefühl kann wie eine Droge werden, denn es treibt uns an, ES immer wieder spüren zu wollen. Immer wieder zu sehen, wie ein Eigentümer im Prozess der Gestaltung seiner Räume, immer mehr sich selbst kennenlernt und ein Stückweit stolz ist, die Asymmetrie zu wagen und die Symmetrie zu verlassen, aber sich selbst dabei treu zu bleiben!

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